Umfrage: Wann wird Deutschland keinen Atomstrom mehr produzieren?
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Atomausstieg
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Joaquin Offline
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Beitrag: #1
Atomausstieg
Auch wenn von vielen Seiten die Kern- bzw. Atomenergie als unverzichtbar angepriesen wird, wissen wir ja mittlerweile, dass keine andere Energiegewinnung bis jetzt mit so großen und unüberschaubaren Risiken als auch Folgen behaftet ist. Mittlerweile sind ja schon einige Staaten darüber einig das ein Atomausstieg unverzichtbar ist, aber ob dieser dann so tatsächlich auch realisiert werden wird, steht tatsächlich noch in den Sternen. Gerade in der Bundesrepublik Deutschland werden wieder die Stimmen lauter, welche den Ausstieg aus dem Atomausstieg wollen.

Gerade jetzt, wo die Weltwirtschaftskrise mit einer Rezession zuschlägt, da wird auch schnell das Geld des kleinen Mannes knapper und solche Faktoren verändern schnell mal die öffentliche Meinung und damit auch das politische Gefüge. Da kann es schneller wieder sein, dass die Menschen eher auf den Euro schauen, als auf die Umwelt und dann auch eher gewillt sind Atomenergie zu tolerieren, wenn man ihnen dafür mehr Geld im Portemonnaie in Aussicht stellt.

Wann denkt ihr, wenn überhaupt, dass Deutschland seine Atomreaktoren stilllegen wird?

Gruß,
Joaquín
16.10.2008 15:11
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Easy Offline
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Beitrag: #2
Re: Atomausstieg
Ist der Punkt "Nächsten 10 Jahre" nicht überflüssig? So weit ich weiß dürfen die Stromambieter ihre Atomkraftwerke ja noch mindestens 20 Jahre lang betreiben, womit sich das mit den 10 Jahren dann schon erübrigt hätte.
16.10.2008 21:24
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Joaquin Offline
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Beitrag: #3
Re: Atomausstieg
Ich zitier mal kurz aus der Wikipedia:

Zitat:Zu den Kernpunkten der am 22. April 2002 in Kraft getretenen Gesetzesnovelle gehört das Verbot des Neubaus von kommerziellen Atomkraftwerken und die Befristung der Regellaufzeit der bestehenden Kernkraftwerke auf durchschnittlich 32 Jahre seit Inbetriebnahme.

Das heißt also das letzte Kernkraftwerk würde demnach im Jahre 2021 abgeschaltet werden. Also rein rechnerisch würde das schon hinhauen, aber derartige Gesetzte sind auch nur Gesetze der Zeit und können jederzeit geändert werden. Wink

Gruß,
Joaquín
17.10.2008 04:54
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Monika Offline
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Beitrag: #4
Re: Atomausstieg
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Energiewirtschaft sich hier so einfach die Butter vom Brot nehmen lassen wird. Hier geht es um Geschäfte und Geld und da wird an allen Fronten gekämpft und die Lobbyisten stehen schon Spalier um ihre bezahlten Politiker den richtigen, ihren Weg zu zeigen. Deutschland selbst hat mit solche netten Atomkraftwerken ja auch immer eine schnellen Zugang zur Atomtechnologie. Diese lässt sich nicht nur gewinnbringend ins Ausland verkaufen, sondern auch im Fall der Fälle kann man da immer genügend waffenfähiges Plutonium herstellen. Der Russe marschiert wieder in Länder ein wie will und wer weiß schon, was der morgige Tag einem bringt. Unter dem Deckmantel der zivilen Kernnutzung, kann man da den friedlichen Staat mimen, aber man ist trotzdem allseits bereit.

Moni
17.10.2008 12:36
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helianthe Offline
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Beitrag: #5
Re: Atomausstieg
Nachdem das Thema der fossilen Energieträger und der CO2-Vermeidung so aufgeflammt ist, sehe ich keinen Atomausstieg in den nächsten Jahren. Mittlerweile werden AKWs als Klimaschützer beworden, weil sie kein CO2 emittieren und als Auffanglager betrachtet, wenn Kohle und Öl wirklich zur Neige gehen.

Problem ist ja leider in der Tat, dass die Erneuerbaren momentan nicht in der Lage sind, den Energieverbrauch dauerhaft abzudecken. Selbst wenn eine Leistung erzeugt wird, die rein rechnerisch ausreichen würde, so ist eine kontinuierliche Versorgung über alle Spitzenzeiten, und Schlechtwetterperioden (Windstille bei Windturbinen, Winter für PV-Anlagen) nicht gewährleistet. Geeignete Speichermedien als Problemlösung sind nicht in Sicht. Biomasse erzeugt Monokultur. Wo also liegt die Alternative?

Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Leider. Denn in all der Atomeuphorie, die langsam wieder hochköchelt, wird vergessen, dass auch Uran ein fossiles und damit begrenzt zur Verfügung stehendes Material ist und dessen Abbau, Transport und Aufbereitung (von der Endlagerung ganz zu schweigen) ebenfalls Ressourcen und Energie verbraucht.

LG
heli

Es muss doch auch irgendwie anders gehen!
22.10.2008 15:14
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Native Offline
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Beitrag: #6
Re: Atomausstieg
Zu diesem Thema fällt mir doch gerade ein weiteres ganz aktuelles ein: Der Castorttransport.

Wieder einmal ist es soweit, dass radioaktiver Abfall mit Castor-Transportbehältern durch das (auch deutsche) Land fährt. Wie in den vergangenen Jahren wird dieser Transport wieder begleitet von etwaigen Demonstrationen, Kundgebungen und Sitzblockaden, woran sich regelmäßig mehrere tausend Menschen beteiligen. In den meisten Fällen richten sich jedoch die Krititk und die Proteste gegen solche Aktionen nicht unbedingt gegen den Transport an sich, sondern gegen die fortgesetzte Produktion von weiteren Atommüll.

Ich frage mich ernsthaft, ob es irgendwann einmal eine Stromerzeugung ohne Atomenergie geben wird und denke, einen vollkommener Ausstieg wird nie erreicht werden - hat eben alles seine Vor- und Nachteile.

Verstehe gar nicht, woran es liegt, das Windenergie immer noch so selten eingesetzt wird. Die Windrädchen sehen doch eigentlich auch ganz hübsch aus :roll: . Sind die Kosten so hoch? Machen die Windräder etwa so viel Lärm? So gefährlich wie die Nutzung von Radioaktivität sind Sie mit ganz großer Sicherheit nicht. Also woran liegt es? Wieso kommen wir von der Atomenergie nicht los? Dass das Stillegen der Atomkraftwerke einen zu hohen Kostenpunkt darstellt, kann ja wohl kein Grund sein. Höre immer wieder Leute, die sagen: "Aber Atomenergie ist doch am Saubersten für die Umwelt." Häh? Es mag ja sein, dass ein funktionierendes Atomkraftwerk keine Gefahr für die Umwelt darstellt, aber was ist, wenn so etwas passiert wie in Tschernobyl???

Atomkraft ist für mich eine Gefahr mit Langzeitfolgen und in Hinblick auf die derzeiten Castortransporte eine Konsequenz, die wir - früher oder später - ALLE zu tragen haben.
09.11.2008 00:47
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helianthe Offline
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Beitrag: #7
Re: Atomausstieg
Windenergie, solange sie nicht offshore genutzt wird, hat ein großes Manko: Unzuverlässigkeit. Mal weht der Wind, mal nicht. Unbegrenzt große Windparks kann man nicht bauen, da sich die Turbinen sonst gegenseitig im Windschatten stehen. Und es ist eben nicht gesichert, dass zu Spitzenlastzeiten genügend Wind vorherrscht bzw. müssen bei zu starken Winden die Turbinen wiederum abgeschaltet werden um a) das Netz nicht zu überlasten und b) damit sie keinen Schaden nehmen.

Übrigens sind Windturbinen leider für einen beträchtlichen Vogelschaden verantwortlich zu zeichnen. Und ja, wer in der Nähe eines Windparks wohnt, hat schon eine ziemliche Geräuschkulisse.

Schade eigentlich - aber vielleicht lässt sich durch offshore-Nutzung und geeignete Zwischenspeichermöglichkeiten da mal was verbessern.

Es muss doch auch irgendwie anders gehen!
10.11.2008 11:39
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