1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Wie man dem Artensterben ohne viel Aufwand entgegenwirken kann

Dieses Thema im Forum "Umwelt" wurde erstellt von SRW, 2 Juli 2015.

  1. SRW

    SRW Neues Mitglied

    Hallo beisammen,

    ich habe eine Idee und Vision, um dem Artensterben Einhalt zu gebieten. Ich möchte euch fragen, wie ich sie am besten voranbringen kann. Die Idee ist: freiwillige Bio-Bauern gehen als Vorbild voran und erschaffen in der Mitte ihres Ackers eine ovale Naturinsel, deren Größe sie bestimmen und welche sie mit heimischen Sträuchern, Wildkräutern und einem oder mehreren heimischen Bäumen bepflanzen. Je mehr Bauern - auch die konventionellen - mitmachen, um so größer wird die Vernetzung von Natur und heimischen Arten, die sich über dieses Insel-Netz wieder ausbreiten.
    Bitte schreibt dazu.

    SRW
     


  2. Blockhausbauer

    Blockhausbauer Neues Mitglied

    Ich glaube zuerst solltest du einen einzigen, freiwilligen Bauern finden, der dich dieses Projekt machen lässt. Das könnte dir vlt. gelingen. Hauptproblem für die ist leider, dass sie dann drum herumfahren müssen. Konventionelle kannst du vermutlich knicken, weil die Unkrautvernichtungsmittel deine Insel als Unkraut verstehen und damit zerstören würden. Wenn du deine Idee erfolgreich umsetzen konntest kannst du vielleicht etwas in die Medien bringen.

    Ein alternativer Vorschlag für dich: Beschäftige dich mit Permakultur. Es gibt ganze Höfe, die so umgestaltet wurden. Ich glaube das Beste wäre, dort mit an dem Strick zu ziehen, um diese sehr erprobte Vorgehensweise zu verbreiten.
     
  3. anna

    anna Mitglied

    Das Problem wird wirklich sein freiwillige Leute dafür zu finden denke ich. Schade aber wahr. Sollte das ganze jedoch ein Mal ins rollen kommen, wäre es einfach nur toll!
     
  4. SRW

    SRW Neues Mitglied

    Ich muss schon sagen - seit über zwei Wochen ist der Beitrag online und nur 140 Leute haben ihn überhaupt angeklickt. Wenn aber in einem anderen Beitrag über den Niedergang von Mutter Erde gejammert wird, wird der Beitrag 3000 Mal gelesen und alle jammern mit. Da sieht man, dass Biolandbau allenfalls umweltschonend ist und nicht umweltfreundlich, sonst hätte sich bereits eine solche Idee realisiert. Um Windräder, die Profit bringen, wird mit den Landmaschinen herumgefahren, aber um Naturinseln, die erst einmal keinen sichtbaren Nutzen bringen, da kann man das nicht. Aber auch die Insekten werden gebraucht und dadurch würden auch die Inseln letztlich Profit bringen.
    Ich werde trotzdem demnächst versuchen, einen Vorbild-Landwirt zu finden und wünsche mir, dass die Idee irgendwann Kreise zieht.
     
  5. Körnchen

    Körnchen Neues Mitglied

    Ein guter Vorsatz kann bereits vieles bewirken und ja du hast Recht, letztlich gibt es immer mehr Menschen welche jammern und sich beklagen als aktiv zu sein und wenn du es für ein gutes Vorgehen hältst, dann versuche definitiv jemanden zu finden der dich unterstützt.
     
  6. blumentanzfrau

    blumentanzfrau Neues Mitglied

    Finde ich eine schöne Idee, bleib doch einfach dran und spann die Lauscher auf, vielleicht lernst du ja bald interessierte Bauern kennen mit denen gemeinsam du die Idee weiterbringen kannst! Auch größere Hecken um die Felder wären grundsätzlich sehr geeignete Naturschutzgebiete.
     
  7. Bienchen

    Bienchen Mitglied

    Ich finde deine Idee sehr schön, allerdings denke ich, dass Artensterben auch mit menschlich angebauten Pflanzen zu tun hat. Das natürliche Ökosystem eines Waldes besteht ja aus mehr als aus Kleintieren und Insekten und größere Tiere hätten ja wahrscheinlich wenig Platz. Hinzu kommt, dass sich die Tiere ja auch ausbreiten und wenn jedes Jahr um die Insel herum geerntet wird, kommt es vielleicht zu Unfällen.
    Um von Insel zu Insel zu kommen, müssten ja auch größere Tiere eine Strecke zurücklegen...
     
  8. Ape.

    Ape. Mitglied

    Die Idee ist nett, aber
    1.) sind zusammenhängende Gebiete für die Ökologie viel kostbarer (was die Idee an sich nicht schlechter macht) und
    2.) (viel wichtiger) funktioniert das landwirtschaftlich nicht.
    Zum Einen geben die allerallerwenigsten Landwirte auch nur einen Quadratmeter ihres Ackers für eine Nutzungsänderung her, ohne dafür entschädigt zu werden, und zum anderen läuft mittlerweile vieles auf dem Acker automatisiert, da sind rechteckige Äcker optimal. Wenn man dann eine Hecke oder nur einen Baum - oder gar eine Naturinsel - in die Mitte setzt, ist das denkbar ungünstig.
    Ich glaube nicht, dass man für diese Idee, wie sie vorgeschlagen wurde, irgendjemanden gewinnen kann. Aber man könnte sie sicherlich modifizieren (Heckenverbreiterung etc.) und es mal probieren. Es ist schön, dass sich Leute darüber Gedanken machen und nach praktikablen Lösungen suchen!
     
  9. Sunny

    Sunny Mitglied

    Hallo Ape,

    das sehe ich anders.
    m.E: brauchen wir beides.

    Die zusammenhängenden Gebiete sind natürlich unersätzlich wertvoll.

    Aber die "Inseln" sind erfordrlich, damit die Tiere überhaupt den "Sprung" von einem gebiet ins andere
    schaffen.

    Ich selbst habe vor 7 Jahren in intensiv genutzter Landschaft einen intensiv bewirtschafteten Hof erworben und
    komplett renaturiert - der Natur zurück gegeben.

    Diese "Insel" ist absolut gigantisch geworden.
    Die Artenvielfalt hat sich innerhalb der zeit fast jährlich verdoppelt und immer mehr Durchzügler
    nutzen diese "Insel" als Zwischenstopp.

    Abgesehen dvon gibt es viele Arten, die auf teilkultivierte Flächen mittlerweile angewiesen sind,
    weil sie sich über die Jahrhunderte genau an diese Lebensräume angepasst haben.

    Diese teilkultivierten Flächen gibt es in großen Naturschutzgebieten meist nicht.

    Das stimmt.
    Aber es ist möglich und vor allem sinnvoll, rund um das Feld einen ca 5 - 8 meter breiten Streifen unbewirtschaftet zu lassen und mit einem Knick zu versehen.

    Dort ziehen unendlich viele Tierarten (vor allem Vögel und Insekten) ein, die gleichzeitig das genutzte Land auf ganz natürliche Weise von "Schädlingen" frei halten ( ;) und da Glyphosat hoffentlich ja nicht verlängert wird, brauchen die Bauern Alternativen ;) )

    Abgesehen davon verhindern die Knicks Erosion und Austrocknung - also nur Vorteile :)

    Ich habe das bei mir gemacht - die Bauern waren zunächst skeptisch - jetzt finden sie es gut.

    LG
    Sunny
     
    Ape. gefällt das.
  10. Ape.

    Ape. Mitglied

    Bin ich doof, oder kann man hier nicht im Zitat zitieren? :(

    Ich: "sind zusammenhängende Gebiete für die Ökologie viel kostbarer"
    Das siehst du anders (siehe oben :p )
    Ich meinte es etwas anders: Öko-Inseln kann man recht gut "kreieren", zudem gibt es davon auch relativ viele, mal kleiner, mal größer. Aber zusammenhängende Gebiete gibt es nur noch wenige, weil sich scheinbar jeder sein Haus auf dem Land bauen will und so viele Straßen unser Land durchziehen. Daher empfinde ich die Förderung zusammenhängender Gebiete als wichtiger als die Erstellung vieler einzelner Inseln.
    Was - wie auch oben geschrieben - nicht heißen soll, dass solche Inseln keine gute Sache und grundsätzlich auch wichtig sind!
    Das mit deinem Hof klingt richtig toll! Ich find sowas wirklich gut und hab das auch noch nie so gehört.
    Breite Knicks sind auch super und nicht unrealistisch. Leider muss das alles jemand bezahlen, denn Bauern verzichten wie gesagt nicht auf ihren Ackerrand. Aber das ist ein guter Ansatz.

    Am Rande: Glyphosat ist nicht gut. Aber "man" ist sich einig, dass ein Verbot für die Böden auch nicht gut wäre, da dann wieder alles gepflügt werden müsste, bis man etwas besseres hat. Ist halt die Frage, ob man konservierende Bodenbearbeitung oder kein Glyphosat haben will :/
     
    Sunny gefällt das.
  11. Sunny

    Sunny Mitglied

    Hallo Ape,

    mit allem anderen stimme ich Dir zu , aber:

    das ist ein Irrtum.
    Glyphosat killt wirklich alles und schlägt sich auch in genetischen Veränderungen bei mensch und Tier nieder.

    Es gibt kaum noch einen menschen in dr Industriewelt, bei dem sich kein Glyphosat im Urin nachweisen lässt.

    Geflügt wird mit und ohne Glyphosat.

    Nach absolut jeder Ernte wird gleich im Anschluss alles, was übrig ist untergepflügt.

    Glyphosat wird dann eingesetzt, wenn kein Bauer je pflügen würde, weil die Saat oder die Pflanze bereits da sind.

    Abgesehen davon wird Glyphosat "mit der Giesskanne " in privaten Gärten und öffentlichen ANlagen ausgebracht.

    LG
    Sunny
     
  12. Ape.

    Ape. Mitglied

    Du kannst mir doch keinen Irrtum unterstellen, wenn du dann an meiner Argumentation vorbei-argumentierst :p

    Zwar passt das nicht so gut zum Thread-Thema, aber wo wir grad dabei sind :)
    Ohne die konservierende Bodenbearbeitung geht unglaublich viel Boden durch Erosion verloren. Und die Bedeutung unserer Böden ist der großen Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor nicht bewusst. Wenn unsere Böden einmal weg sind, dann sind sie weg. Und zwar "für immer", da unsere besten Böden mehr oder minder durch die letzte Eiszeit entstanden sind.
    Es stimmt nicht, dass überall gepflügt wird. Sicherlich bei den meisten, jedoch ist es deutlich weniger bei gut einem Drittel unserer Ackerflächen durch die konservierende Bodenbearbeitung - und Glyphosat.
    Ohne Glyphosat wird mehr gepflügt, organische Substanz geht verloren und ob das den Bodenlebewesen besser tut als Glyphosat ist auch fraglich.

    Seitdem ich im Bodenschutz arbeite, hat sich da meine Meinung etwas geändert. Ich bin ganz sicher nicht für Glyphosat, dann wäre ich nicht in diesem Forum aktiv :) Aber ein Verbot könnte Folgen haben, die langfristiger sein können als eine vorläufige weitere Anwendung. Eine staatlich kontrollierte Regulierung der Ausbringungs-Mengen wäre gut. Sowas bekommt man bei uns aber leider nicht so einfach durch.

    Klar könnte man auch überall Windschutzhecken hinsetzen und das Unkraut per Hand rupfen. Aber das ist illusorisch. Daher bin ich nicht sicher, ob ein Glyphosat-Verbot zum jetzigen Zeitpunkt langfristig eine gute Lösung wäre. Vielleicht ja, im Grunde bin ich für ein Verbot, aber es ist definitiv nicht so schwarz/weiß, wie ich es vor wenigen Jahren noch betrachtet habe.

    Hier noch 2 willkürlich ausgewählte Links:
    https://www.pfluglos.de/nachrichten...edeutung-der-konservierenden-bodenbearbeitung
    http://www.gruenevernunft.de/meldun...en-bedeutung-von-glyphosat-der-landwirtschaft
     
  13. Sunny

    Sunny Mitglied

    und genau DAS ist für mich der springende Punkt.
    DAS darf nicht illusorisch sein, wenn wir es ernst meinen damit, unsere Umwelt zu erhalten.

    Natürlich ist Erosion "tödlich" und irreparabel.

    ABER es wäre kein Problem, in einem Land, in dem es die unmöglichsten
    Auflagen und Vorschriften gibt, in dem Milliarden an sinnlosen Steuerverschwendungen
    stattfinden,
    a) ein gesetz zu erlassen, dass jede Fläche mindestens alle xy ha einen 10 meter Knickstreifen haben muss
    und
    b) der auf dieser Fläche verlorene Ertrag (lässt sich ausrechnen) aus dem Umwelttopf ersetzt wird.

    Das wäre m.E. wirklich sinnvoll für die Natur und nicht das Austreiben des Teufels mit dem Belzebub.

    Nur, dafür ist die Landwirtschaftslobby in unserem Land zusammen mit der Pharma, die ja auch noch
    ihre Pestizide loswerden will, zu stark.

    Dann findet man lieber Argumente, warum das auf keinen Fall geht......

    LG
    Sunny
     
  14. Ape.

    Ape. Mitglied

    Da kann ich dir nur zustimmen. Was du forderst, ist machbar und wäre großartig. Aber mit so einer Forderung erntet man nur Spott, so traurig es auch ist. Veränderung erfolgt da leider nur schrittweise, und man muss die Leute, von denen es letztlich abhängt, Schritt für Schritt für die eigene Sache gewinnen. Manche nennen diese Ansicht "erwachsen", andere finden sie "abgestumpft". Lieber kleine Verbesserungen fordern und erreichen, als große fordern und damit vorhersehbar scheitern.
    Ich muss mal wieder auf 'ne Demo gehen, ich merk schon... :D
     
    Sunny gefällt das.
Die Seite wird geladen...

Diese Seite empfehlen